Ein verändertes oder ungleiches Wachstum der Brust kann mehrere Ursachen haben. Entweder ist es angeboren oder die Brustdrüse ist z.B. durch Entzündung, Verbrennung oder Operation vor Abschluss der Wachstumsphase in der Entwicklung beeinträchtigt. Durch ausbleibendes Wachstum einer Brust kommt es zu einer Ungleichheit (Asymmetrie) beider Brüste. Neben dem ästhetischen Problem stellt dies auch ein Problem des Gleichgewichts dar. Fehlhaltungen können die Folge sein.
Auf jeden Fall bedeuten solche Anomalien eine starke Belastung für die Frauen. Die Patientinnen haben meistens die Möglichkeit, eine operative Korrektur vornehmen zu lassen.
Eine angeborene Fehlbildung ist beispielsweise das Poland-Syndrom. Dabei handelt es sich um Störungen der Brustdrüse und des Brustmuskels, der Haut- und Anhangsgebilde unter Mitbeteiligung von Rippen- und Handfehlbildungen. Diese Fehlbildung ist sehr selten und ihre Ursache ist bis heute ungeklärt. Sie betrifft in der Regel nur eine Körperseite. Abgeleitet von den Amazonen, die sich in der Antike eine Brust abschnitten, um den Bogen auf der Jagd besser handhaben zu können, nennt man die Erkrankung auch Amazonensyndrom. Frauen mit Poland-Syndrom haben eine gesunde und eine unterentwickelte oder fehlende Brust. Häufig stellt man das Polandsyndrom schon in der frühen Kindheit fest. Wenn nur die Brustdrüse betroffen ist, wird die Fehlbildung meist erst mit dem Einsetzen des pubertären Brustwachstums sichtbar. In dieser Zeit kommt es bei einer oder beiden Brüsten zu einer Wachstumsstörung.
Bei der so genannten Rüsselbrust oder tubulären Brustdeformität sind die unteren Anteile der Brust unterentwickelt. Häufig ist dies mit übergroßen Warzenhöfen und in die Warzenhöfe vorgefallenem Drüsengewebe verbunden.
Unabhängig von der Ursache sollte die Aussicht auf eine erfolgreiche ästhetische Operation gemeinsam mit dem Arzt besprochen werden. In einigen Fällen kann durch das frühzeitige Einbringen eines Dehnungsimplantates (Gewebeexpander) ein „Mitwachsen“ der unterentwickelten Brust erreicht werden. Am Ende des Brustwachstums tauscht man den Expander gegen ein endgültiges Implantat aus. Wenn die Fehlbildung erst spät entdeckt wurde, wird für eine operative Korrektur der Abschluss des Brustwachstums abgewartet.
Die operativen Strategien haben verschiedene Ansätze, je nach Fehlbildung. Sie können lediglich in einer einfachen Korrektur der Brustwarzen bestehen oder die Form der Brustdrüse korrigieren bzw. die Brust durch Eigengewebe oder Implantate vergrößern. Narbensparende Verfahren sind im Rahmen plastisch-chirurgischer Methoden selbstverständlich.
