Brusttumore


Frauen mit Brusttumoren müssen sich heute im Falle einer Operation nicht mehr vor ästhetischen Beeinträchtigungen fürchten. Moderne Operationsmethoden ermöglichen in vielen Fällen die Bewahrung einer ästhetischen Brust und ein plastisch ansprechendes Ergebnis.

Die zentrale Aufgabe der plastischen Brustoperation ist, therapeutisch sicher und mit einem guten kosmetischen Ergebnis zu behandeln. Spezielle Operationstechniken erlauben die Erhaltung einer natürlichen, unter ästhetischen Gesichtspunkten akzeptablen Brustform bei gleichzeitiger Sicherheit hinsichtlich der Heilung. Dabei richtet sich die Operationsmethode nach der Lage des Tumors in der Brust. Volumendefekte und Hautdefekte, die bei Entfernung des Tumors auftreten, sollten ausgeglichen werden. Die Narben liegen möglichst im verdeckten "B-H-Bereich", am Brustwarzenrand oder der unteren Brustfalte. Volumendefekte sollten durch plastische Verschiebungen des Drüsenkörpers aufgefüllt und versteckt werden. Ziel ist eine harmonische Brustform, welche der anderen Seite ähnelt.

Je nach Sitz des Tumors kommen verschiedene Operationsverfahren zum Einsatz. Dazu kann man die Brust gedanklich in vier gleichgroße Bereiche aufgliedern.

Erstes Viertel im oberen inneren Bereich der Brust: Hier eignet sich ein Schnitt am Rand der Brustwarze. Um einen sichtbaren Gewebeverlust in Form einer Delle zu vermeiden, füllt man das fehlende Gewebe auf. Dazu wird das Drüsengewebe vom Grund der Brust in die Delle hineingeschwenkt. Ist der Gewebeverlust größer, bieten sich Techniken, wie die Kegelrotationslappenplastik an. Dabei dreht man die betroffene Brust nach Entfernung des Knotens wie einen Kegel zusammen. Das Ergebnis zeigt eine - für das Auge kaum wahrnehmbar - kleinere Brust.

Die beiden unteren Viertel der Brust: Hier wird häufig von der unteren Brustfalte ausgehend operiert, da die Narbe hier von der darüber liegenden Brust überdeckt wird. Wenn der Knoten mehr oberhalb dieser Linie liegt, geht der Operateur ebenfalls vom Warzenrand aus.

Das obere äußere Viertel der Brust ist am häufigsten betroffenen. Hier kommt als Schnittführung der Warzenrand oder selten die vordere Achsellinie in Betracht. Größere Haut- und Gewebeverluste werden mit so genannten Transpositions- bzw. Rotationsplastiken ausgeglichen. Bei dieser Methode werden umliegende Hautlappen durch Umkehren oder Drehen zum Ersatz des fehlenden Gewebes verwendet.

Wenn mehr als ein Viertel der Brust entfernt wird, entsteht ein großer Gewebeverlust. In diesen Fällen kann eine tumoradaptierte Reduktionsplastik durchgeführt werden. Die entspricht einer Brustverkleinerung. Die gesunde Seite kann angleichend verkleinert werden, um ein symmetrisches Ergebnis zu erreichen.

Entstehen sehr ausgedehnte Brustdrüsendefekte durch die Tumorentfernung, kommen Rekonstruktionsverfahren ähnlich denen der Wiederaufbauplastik bei Brustkrebs, wie gestielte Hautmuskellappen oder Perforatorlappen (freie mikrochirurgische Haut-/Unterhautfettlappenplastiken aus dem Bauch- oder Gesäßbereich = DIEP, S-GAP) zum Einsatz. 

 

 


Werden die Operationen von der Krankenkasse bezahlt?

Grundsätzlich werden die Kosten für sämtliche rekonstruktive
Operationen bei Brusttumoren von den Krankenversicherungen übernommen.
Sicherheitshalber sollte zuvor ein Kostenübernahmeantrag gestellt
werden.

Wie finde ich einen seriösen, integren und gut ausgebildeten Operateur?

Die Konsultation eines zertifizierten Brustzentrums allein
garantiert nicht ein qualitativ hochwertiges Operationsergebnis.
Zertifizierung bedeutet lediglich die Dokumentation von Abläufen -
garantiert aber nicht (wie der Begriff Qualitätsmanagement impliziert)
qualitativ hochwertige operative Arbeit! Ein wertvoller Ratgeber
können eine Patientinnen sein, die mit einem ähnlichen Erkrankungsbild
von demselben Arzt behandelt wurden. Fragen Sie Ihren Doktor nach
Referenzen zu vergleichbaren Fällen!

Muss ich mich in der Klinik behandeln lassen, in welche ich überwiesen wurde?

Auch gesetzlich versicherte Patienten müssen nicht jenes
Krankenhaus in Anspruch nehmen, in welches sie überwiesen werden.
Hilfreich sind Erfahrungen von Patienten aus dem Bekanntenkreis aber
auch Internetforen und Selbsthilfegruppen. Da letztere häufig mit
einem einzigen Operateur zusammenarbeiten, sollte man verschiedenen
Selbsthilfeeinrichtungen konsultieren.


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